Dir ist aufgefallen, dass Dein Welpe nicht frisst? Keine Sorge, meistens liegt es einfach nur daran, dass Dein Welpe gerade keine Lust zu fressen hat. In unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Züchtern sehen wir oft, dass Welpen oft aus verhaltenstechnischen Gründen nicht ordentlich fressen. Ein echtes Problem besteht erst dann, wenn Dein Welpe mehrere Tage hintereinander nichts frisst und auch andere Zeichen von Unwohlsein zeigt.
Hier sind ein paar Sofort-Tipps, die wir im Artikel auch nochmal erklären:
● Lass dem Welpen Zeit und setze ihn nicht unter Druck.
● Prüfe die Position vom Futterplatz. Dein Welpe sollte ungestört essen können.
● Prüfe, ob Dein Welpe gerade zahnt.
● Teste auch anderes Welpenfutter.
Wann solltest Du zum Tierarzt? Auch hierfür haben wir eine kurze Checkliste:
● Dein Welpe frisst länger als 48 Stunden absolut nichts, auch keine Leckerlies. Bei besonders jungen Tieren (jünger als 12 Wochen) ist der kritische Punkt bei 12 Stunden.
● Der Welpe zeigt Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Apathie, Schwäche oder hat einen geschwollenen Bauch.
● Dein Welpe wirkt schmerzempfindlich: Taste vorsichtig seinen Bauch ab. Wenn er stark reagiert, können Schmerzen vorliegen.
Welpe frisst nicht: Ursachen und Lösungen
Einen Welpen zu Hause begrüßen zu dürfen, ist immer aufregend, sowohl für die Menschen als auch für die kleinen Fellnasen. Und genau wie Menschen kann Aufregung, Nervosität und Angst auch bei Tieren dazu führen, dass der Appetit verloren geht. Wenn Dein Welpe nicht frisst, findest Du meistens den Grund in der direkten Umgebung.
Unser wichtigster Tipp dabei: Spreche Deinen Züchter oder das vorherige Zuhause auf die Essgewohnheiten vom Welpen an. Dabei geht es nicht nur konkret um das verwendete Futter, sondern auch um Zeiten, Futternäpfe und so weiter.
Stress durch den Umzug
Der Umzug in Dein Zuhause bedeutet für Deinen Welpen eine große Veränderung. Aller Wahrscheinlichkeit nach war er vorher mit anderen Hunden zusammen – entweder mit seiner Mutter und seinen Geschwistern oder im Tierheim. Der Welpe verlässt die vertraute Umgebung und sein altes Zuhause, und das macht eben Angst.
Hier ist die Lösung einfach: Biete ganz ruhig immer wieder das Futter an oder lass es am Futterort stehen. Wenn der Hunger zu groß wird, wird er fressen.
Futterumstellung nach dem Umzug ist zu schnell
Noch ein Fehler, der uns oft begegnet und den viele neue Hundehalter unbewusst machen: Du hast das Welpenfutter zu schnell gewechselt. Das kann entweder zu Problemen mit der Verdauung führen oder Dein Welpe verschmäht das Futter einfach, weil er es nicht kennt.
So gelingt der Futterwechsel: Mische in den ersten Tagen etwa 20 % des neuen Futters unter das bekannte vom Züchter. Erhöhe den Anteil über 7 bis 10 Tage schrittweise auf 100 %. So bleibt der Magen ruhig. Besonders empfindliche Welpen profitieren von einer leicht verdaulichen Rezeptur. Unsere Junior-Probierpakete eignen sich gut, um verschiedene Sorten schrittweise zu testen.
Der Napf ist ungewohnt
Das klingt banal, ist aber real: Ein stark glänzender Metallnapf kann Welpen irritieren oder erschrecken (Spiegelung, Geräusche). Die Lösung ist einfach: Frage Deinen Züchter oder beim Tierheim, welchen Futternapf Dein Welpe zuvor hatte und wechsle auf das gleiche Modell oder das gleiche Material.
Der Futterplatz ist zu unruhig
Welpen können furchtbar neugierig sein. Ein Futternapf an der Haus- oder Wohnungstür kommt meist mit viel Durchgangsverkehr und Geräuschen von draußen. Im Wohnzimmer ist die gesamte neue Familie immer um den Futterplatz versammelt. Dann ignoriert der Welpe gerne sein Futter und beschnüffelt lieber alles andere.
Die Lösung ist also: Positioniere den Napf so, dass Dein Welpe in Ruhe fressen kann. Auch die “Rituale” rund um das Fressen sollten so ablaufen, dass Deine kleine Fellnase nicht abgelenkt wird.
Dein Welpe isst lieber aus der Hand
Viele frische Hundeeltern fangen direkt das Training an, sobald der Welpe sich etwas an das neue Zuhause gewöhnt hat. Oft wird dabei das gleiche Trockenfutter als Belohnung verwendet, das auch für die regelmäßigen Mahlzeiten genutzt wird. Junge Hunde lernen schnell und viel über Assoziation. Dabei kann es passieren, dass Dein Welpe lernt, das Fressen aus der Hand kommt. Du kannst hier das Futterverhalten beeinflussen, indem Du als Trainingsleckerlies lieber einen Snack nimmst, der sich vom regulären Futter unterscheidet.
Du gibst zu viele Leckerlies
Ein Welpe, der gut hört oder einfach zuckersüß ist, wird gerne mit vielen Leckerlies belohnt. Das kann schnell und unerwartet so viel werden, dass Dein Welpe schlichtweg satt ist, wenn er seine normale Mahlzeit bekommen sollte.
Achte über den Tag darauf, wie viele Leckerlies Dein Welpe genau bekommt. Sie sind zwar lecker, aber bieten nicht alle Nährstoffe, die Dein Welpe beim Wachsen braucht.
Dein Welpe mag das Welpenfutter nicht
Auch Hunde und bereits die kleinen Welpen haben unterschiedliche Geschmäcker. So kann es durchaus sein, dass dem Kleinen Dein Welpenfutter nicht schmeckt. Probiere verschiedene Welpenfutter aus und beobachte, welches er mag. Achte vor allem darauf, verschiedene Proteine zu probieren, da diese den Geschmack ausmachen Das richtige Welpenfutter wird sich rasch herausstellen.
Dein Welpe zahnt
Zahnen ist auch für Welpen unangenehm, wenn sie ihre Milchzähne verlieren und die neuen Zähne durchstoßen. Tatsächlich verläuft dieser Vorgang bei Hunden viel schneller als bei uns Menschen. Dennoch gibt es immer den ein oder anderen Tag, an dem ein neuer Zahn durchstößt und den Welpen beim Fressen behindert. An diesem Tag verliert er die Lust am Fressen. Verweigert der Welpe das Futter öfters zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat, dann kann es also am Zahnen liegen.
Verschaffe Deinem Welpen Abhilfe, indem du das Trockenfutter vor der Fütterung mit lauwarmen Wasser kurz einweichst. Dann ist es leichter zu kauen drückt nicht auf das wunde Zahnfleisch. Zusätzlich kannst Du auch eine Karotte einfrieren und als Snack geben – die Kühlung lindert die Schmerzen ebenfalls.
Kurz zusammengefasst: Das hilft, wenn der Welpe nicht frisst
Ein Welpe, der nicht frisst, ist in den meisten Fällen kein kranker Welpe – sondern ein gestresster, zahnender, abgelenkter oder wählerischer junger Hund. Behalte einen ruhigen Blick auf die Situation, prüfe systematisch die möglichen Ursachen und gib ihm die nötige Zeit. Halte dich an regelmäßige Fütterungszeiten, sorge für einen ruhigen Futterplatz und steige bei Futterwechseln immer langsam um. Und wenn du nach 48 Stunden keine Verbesserung siehst oder weitere Symptome hinzukommen: dann zum Tierarzt – ohne schlechtes Gewissen.
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